Unternehmerische Nachhaltigkeit

So machen wir Geschäfte

Einleitung

Die Schoenfabriek van Bommel ist ein Familienbetrieb. Die heutige 9. Generation trägt die Verantwortung dafür, den Betrieb so zu führen, dass er in einem besseren Zustand an die 10. Generation übergeben werden kann, als er von der 8. Generation übernommen wurde. Hierfür bleibt eine Generation lang Zeit. Die 10. Generation wird dieselbe Verantwortung gegenüber der11. Generation tragen.

Die Beziehungen der Schoenfabriek van Bommel mit der Umwelt basieren auf demselben Schema. Alle Unternehmensbeschlüsse haben Auswirkungen auf die Umwelt. Eine Umwelt, für die wir mit Blick auf zukünftige Generationen verantwortlich sind. Für die Schoenfabriek van Bommel sind Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung selbstverständliche Werte. Wir halten nichts von kurzfristigen Erfolgen, sondern handeln unter Berücksichtigung der Generationen, denen wir unsere Straßen, Häuser, Wälder und Betriebe hinterlassen werden.

1997, lange vor ‚An inconveniant truth‘ und dem wachsenden Interesse der Medien für die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, war die Schoenfabriek van Bommel der erste Schuhersteller Europas, der einen Schuh mit dem Umweltzeichen anbieten konnte. Im Rahmen eines intensiven Verfahrens wurde für dieses Modell die Fertigungskette von Kuh bis hin zum Endprodukt unter die Lupe genommen. Um die Vorgaben des Umweltzeichens einhalten zu können, wurde jede Etappe des Prozesses nach Bedarf angepasst, verändert oder erfasst.

Zu den Anforderungen des Umweltzeichens zählen u. a. eine geringere Umweltbelastung in Bezug auf Rohstoffe, Energie, Wasserverbrauch, Schadstoffe, Verpackung und Abfall. Zudem werden auch die Arbeitsbedingungen, die Tierhaltung, Pflanzen- und Naturschutz untersucht.

Trotz viel PR rund um die Markteinführung zeigte die Branche wenig Interesse für diesen Schuh. Rund ein Jahr später wurde die Produktion eingestellt. Der nachhaltige Schuh verschwand, was blieb, ist die nachhaltige Philosophie. Der Fokus wurde von einem nachhaltigen Produkt auf eine nachhaltige Unternehmensführung erweitert.

Seit der Erfahrung mit dem Umweltzeichen-Schuh wurde ‚Nachhaltigkeit‘ bei Van Bommel übrigens nicht mehr als Verkaufsargument eingesetzt. Eine nachhaltige und gesellschaftlich verantwortungsvolle Unternehmensführung wird jedoch auf allen Ebenen des Betriebs angewendet.

1. Produktionsstandorte

Die Schoenfabriek van Bommel stellt einen Großteil ihrer Schuhe noch stets in ihrer eigenen Fabrik in Moergestel, in den Niederlanden her. Diese Fabrik ist spezialisiert auf die Goodyear-Schuhmachart. Die anderen Macharten werden in Fabriken in Portugal und Spanien hergestellt Oberleder wird ausschließlich aus Italien bezogen. Kurzwaren und Sohlen werden ausschließlich aus Europa bezogen.

Stepparbeiten für die Oberseite der Schuhe erfolgt zum Teil bei einem festen Partner in Indien. Ausgedrückt im Volumen handelt es sich dabei um weniger als 5 % der gesamten Fertigungsarbeit von Van Bommel. Die betreffende Stepperei mit der Van Bommel über viele Jahre eine gute Beziehung aufgebaut hat und die regelmäßig von niederländischen Qualitätsinspektoren und Steppmeistern kontrolliert wird, erfüllt die bei Van Bommel geltenden Verhaltenskodex (siehe Punkt 5 dieses Abschnitts). Alle Materialien, die für die in Indien ausgeführten Stepparbeiten für Van Bommel eingesetzt werden, stammen aus Europa. Die Materialien werden aus den Van Bommel Lagern in Moergestel verschifft.

2. Produktion, Ergonomie und Unterbringung

Van Bommel arbeitet kontinuierlich an der Optimierung seiner Produktion. Neue Techniken, die eine umweltfreundlichere Herstellung ermöglichen oder energiesparendere Räumlichkeiten sind immer von Interesse für uns.

Wir verwenden ausschließlich Klebstoffe und Kantenfarben auf Wasserbasis, die somit frei von Lösungsmitteln sind. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter verfügt über eine individuelle, durch einen Arbeitsmediziner erstellte ergonomische Anweisung, für ihren bzw. seinen Arbeitsplatz. Für jeden Arbeitsplatz und jede Maschine in der Produktion gibt es Sicherheitshinweise.

Im Rahmen des letzten Umbaus, der 2012 stattfand, wurde die niederländische Schuhfabrik mit zusätzlichen Isolierschicht für das Dach, Doppelverglasung und einer energiesparenden Heiz-/Kühlanlage ausgestattet. Der Energieverbrauch konnte dank dieser Veränderungen jährlich insgesamt um 20 % gesenkt werden.

Die Entwässerung der niederländischen Fabrik- und Bürodächer sowie der Parkplätze erfolgt in einen eigenen Entwässerungsteich.

Alle Büros, Fabriken, Gebäude und Arbeitsplätze bei Van Bommel sind rauchfrei. Bei Van Bommel gilt eine aktive Nichtraucherpolitik. Für Mitarbeiter/-innen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, werden finanzielle Mittel und professionelle Begleitung zur Verfügung gestellt.

3. Boni

Die Schoenfabriek van Bommel ist an den ‚Bedrijfstak pensioenfonds‘ (Betriebsrentenfonds) angeschlossen. Auf diese Weise sind alle Arbeitnehmer/-innen rentenversichert.

Die Schoenfabriek van Bommel lässt die gemachten Gewinne auch ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugutekommen. Neben den Tarifabkommen und gegebenenfalls Bonusübereinkommen erhält jedes Mitglied des Personals in gewinnbringenden Jahren eine Gewinnbeteiligung, die sich je nach Finanzergebnis auf bis zu 6,6 % eines Brutto-Jahresgehalts belaufen kann.

4. Ledersorten und Materialien

Van Bommel setzt sowohl chromgegerbtes als auch pflanzlich gegerbtes Leder für seine Fertigung ein. Dabei ist chromgegerbtes Leder am umweltschädlichsten. Die Merkmale von chromgegerbtem Leder und pflanzlich gegerbtem Leder sind sehr unterschiedlich. Beim Chromgerben entsteht ein weiches und geschmeidiges Leder, Pflanzengerbung resultiert in robustem und festem Leder. Abhängig vom gewünschten Endergebnis ist auch eine Mischung der zwei Gerbungsarten möglich. Für stilvolle, elegante Schuhe ist schönes, geschmeidiges Leder, d. h. mit Chromgerbung, ein Muss. Pflanzengerbung wird für robustere Casual Boots eingesetzt.

Leder ist an sich ein Abfallprodukt der Fleischindustrie. Es werden keine Kühe speziell für die Lederausbeute gezüchtet und geschlachtet. Nur bei exotischen Tieren, wie Krokodilen und Schlangen kann es dazu kommen. Van Bommel verarbeitet keine exotischen Tierhäute. Schuhe mit Kroko- oder Schlangenprint werden aus bearbeiteter Rinderhaut hergestellt.

Van Bommel verarbeitet aus Überzeugung ausschließlich Kunstfelle bzw. -pelze.

Das gesamte Leder, das Van Bommel verarbeitet, erfüllt die europäische ‚Chrom VI‘-Norm. Van Bommel verpflichtet seine Lieferanten, alle Beteiligten des Lederkreislaufs sowie die Fertigungslinien, regelmäßige Tests in Bezug auf die Anwesenheit von ‚Chrom VI‘ durchzuführen. Zur Kontrolle führt Van Bommel stichprobenartig Labortests durch, um die Akteure des Lederkreislaufs im Hinblick auf die Anwesenheit von ‚Chrom VI‘ zu überprüfen.

5. Verhaltenskodex

Jeder Produktionsstandort und Lieferant, sowohl im In- als auch Ausland, unterzeichnet die Verhaltenskodex der Schoenfabriek van Bommel. In diesen Verhaltenskodex sind die Vorschriften aufgeführt, die ein Lieferant erfüllen muss.

Hier ein Ausschnitt aus der Verhaltenskodex:

„Die Schoenfabriek Wed. J.P. van Bommel B.V. (VB oder Van Bommel) beurkundet standardmäßige Geschäftspraktiken, um ein einheitliches Verständnis zu garantieren und die Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten zu erleichtern.” „Van Bommel arbeitet ausschließlich mit Unternehmen und Menschen zusammen, die auf professionelle, freundliche, zuverlässige und serviceorientierte Art und Weise tätig sind. Unser Ziel ist die Kombination der Stärke unseres Familienunternehmens, Freude bei der Arbeit, Motivation und Einbeziehung, basierend auf einer professionellen Unternehmensstruktur.”

Die folgenden Abschnitte sind Teil der Verhaltenskodex:

Kinderarbeit: Passage aus den Verhaltenskodex: „Die Van Bommel Gruppe erachtet es als unzulässig, dass Unternehmen, die Güter für die Van Bommel Gruppe herstellen, Kinder unter dem gesetzlich zulässigen Alter beschäftigen, um für sie zu arbeiten, gemäß der jeweiligen nationalen Gesetzgebung. Wenn es kein legales Mindestalter gibt, gelten die Vorschriften laut ILO-Konvention 138, Artikel 2.”

Arbeitsbedingungen & Lohn: Passage aus den Verhaltenskodex: „Hersteller und Lieferanten sind verpflichtet, die grundlegenden Rechte und Vorschriften der jeweiligen nationalen Gesetzgebungen einzuhalten, im Hinblick auf die Beschäftigung von Menschen.”

Umwelt: Passage aus den Verhaltenskodex: „Van Bommel engagiert sich für eine Minimierung der Umweltauswirkungen seiner Tätigkeiten. Van Bommel unterstreicht die Wichtigkeit des Schutzes natürlicher Ressourcen und bemüht sich, Fortschritte im Bereich Umweltschutz zu erzielen, die eine nachhaltige Zukunft garantieren.”

6. Verpackung

Alle Schuhkartons werden aus recycelter Pappe hergestellt. Alle Packungsbeilagen werden aus recyceltem Papier gefertigt. Damit die Form der Schuhe beim Transport in die Geschäfte nicht beeinträchtigt wird, werden diese nicht, wie das normalerweise der Fall ist mit zusammengedrücktem (gebleichtem) Füllpapier ausgestopft, sonder lediglich mit 1 recycelten gebogenen Stück Pappe.

In der Niederländischen Fabrik wird alle Altpapier von anderen Abfällen getrennt und wird von einem externen Verarbeitungsunternehmen aufgenommen, es wird dann von ihnen recycelt.

Bei den Umkartons (die großen Kartons, in welchen mehrere Schuhkartons gleichzeitig transportiert werden, um von der Fabrik zum Händler befördert zu werden) verwendet Van Bommel nicht die häufig eingesetzten ‚amerikanischen Faltkartons‘, sondern die weniger bekannten ‚Harmonika Kartons‘. Harmonika Kartons sind in verschiedener Hinsicht weniger praktisch als die amerikanischen Faltkartons. Es macht mehr Arbeit, die Kartons zusammenzubauen, die Kartons sind weniger robust und teurer (da sie aus zwei Teilen bestehen) und die Kartons lassen sich mühsamer auf Paletten stapeln (aufgrund der weniger gleichmäßigen Abmessungen). Der große Vorteil ist jedoch, dass mit Harmonika Kartons weniger ‚Luft‘ transportiert wird. Die Umweltbelastung (und die Kosten) im Zusammenhang mit dem Transport können so auf ein Minimum reduziert werden.

7. Gesellschaftliche Verantwortung

Als Mitglied einer internationalen, nationalen und lokalen Gemeinschaft fühlt die Schoenfabriek van Bommel sich verantwortlich für das Wohlergehen der sportlichen, kulturellen, edukativen und karitativen Umwelt, in der sie tätig ist. Weiter unten sind ein paar Initiativen aufgeführt, bei welchen die Schoenfabriek van Bommel als Spender, Sponsor oder Interessenvertreter auftritt.

  • Mit dem Ruhestand des ehemalige Geschäftsführer Frans van Bommel wurde eine komplette Fabrikeinrichtung nach Südafrika verschifft. Mit den Maschinen und dem Zubehör konnte die vor Ort aktive Stiftung ‚Othandweni‘ eine Schuhmacherausbildung für Straßenkinder auf die Beine stellen. Van Bommel hat das Projekt sowohl mit Material als auch finanziell unterstützt.
  • Die Geschäftsführung der Schoenfabriek van Bommel wird regelmäßig gebeten, bei geschäftlichen Seminaren oder Konferenzen Reden zu halten. Die Honorare hierfür spenden wir für verschiedene gute Zwecke (u. a. die Trucktour Tilburg und Stiftung Kika).
  • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Van Bommel können jedes Jahr entscheiden, ob sie ihr Weihnachtsgeschenk für einen guten Zweck spenden. Für jedes Geschenk, das überlassen wird, spendet Van Bommel einen Betrag, der fünfmal so hoch ist, an die Unicef.
  • Abgesandte von Van Bommel setzen sich als Vorstandsmitglied oder in einer anderen Funktion ein für Interessenverbände, Branchenverbände und Stiftungsräte (u. a. CAST Vorstand (Centrum Accessoires Schoenen en Tassen), BZW Vorstand (Brabantse Divisie VNONCW), BPF (Bedrijfstak Pensioenfonds), Vorstand der Federatie Nederlandse Schoenfabrikanten (Bundesverband der niederländischen Schuhhersteller), Vorstand der Stichting Schoenmakersgilde (niederländischen Stiftung der Schuhmachergilde), Vorstand Stichting Meesterschoenmaker (niederländsiche Stiftung der Meisterschuhmacher).
  • Van Bommel organisiert in regelmäßigen Abständen eine Werbekampagne unter Einbeziehung einer karitativen Organisation. Jüngste Beispiele: Van Bommel & Rutger Hauer (in Zusammenarbeit mit der Starfish Association), Floris van Bommel & Phillip Lahm (in Zusammenarbeit mit der Deutschen AIDS-Stiftung), Floris van Bommel & Daniel Brühl (in Zusammenarbeit mit der Deutschen AIDS-Stiftung). Van Bommel ist fester Sponsor einer Anzahl von lokalen Initiativen, wo Mitarbeiter/-innen von Van Bommel betroffen sind oder womit Van Bommel aus einem anderen Grund eine Verbindung hat (Sportvereine, Turniere, Chöre, Wandertag, Heimatring, Dreikönigssingen, Wunschstiftungen, Karnevalsvereine, Stiftung ‚Hofleveranciers in Nederland‘, Stiftung Trucktour Tilburg, Studentenverbände, Schulungen, Kirchen usw.).
8. Stiftung ‚Schoenmakersgilde‘ (NL) und ‚Meesterschoenmaker‘ (BE)

Ende der 1980er-Jahre errichtete Frans van Bommel in den Niederlanden die Stiftung ‚Schoenmakersgilde‘ (Schuhmachergilde) und in Belgien die Stiftung ‚Meesterschoenmakers‘ (Meisterschuhmacher. An beide Stiftungen sind momentan Hunderte von selbstständigen Schustern angeschlossen. Die Stiftungen setzen sich ein für Ausbildungen im Bereich der Schuhmacherbranche und somit indirekt auch für Qualitätsschuhe. Schuster, die Mitglied in einer der Stiftungen sind, werden in regelmäßigen Abständen geprüft in puncto Qualität und Können. Nach der Zulassung darf der jeweilige Schuhmacher Reparaturen mit einer Auswahl von original Van Bommel Materialien ausführen. Weitere Informationen unter: www.schoenmakersgilde.nl und www.meesterschoenmaker.be

9. Qualität

Die Schoenfabriek van Bommel stellt qualitativ hochwertiges Schuhwerk her. Ein Qualitätsschuh hat durchschnittlich eine wesentlich längere Lebensdauer als ein Paar Schuhe mit einer geringeren Qualität. Je nach Machart werden die Schuhe von Van Bommel im Gegensatz zu qualitativ minderwertigen Schuhen, mehrmals besohlt. Mithilfe der unter Punkt 8 dieses Abschnitts aufgeführten Stiftungen stimuliert und vereinfacht Van Bommel die Reparatur abgegriffener Schuhe. Eine langfristige Verwendung und Wiederverwendung durch Reparatur ist eine einfache Möglichkeit, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.